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Friedhofsgebühren steigen bundesweit

Hinterbliebene müssen Finanzierungsprobleme der Friedhöfe ausbaden

In ganz Deutschland erhöhen zahlreiche Kommunen zum Jahreswechsel die Friedhofsgebühren. Hinterbliebene müssen dann vielerorts ausbaden, dass Finanzierungsprobleme verschleppt und Gebühren ungerecht kalkuliert werden. Manche Kommune zeigt aber, dass der Dreh an der Gebührenschraube nicht unausweichlich ist.

Der anhaltende Trend zur Feuerbestattung und damit zu kleinen und günstigen Gräbern setzt die deutschen Friedhöfe unter Druck. Einnahmen bleiben aus, die Kosten sinken jedoch nicht im gleichen Maße. Als Folge erhöhen viele Kommunen zum Jahreswechsel wieder die Friedhofsgebühren, zu Lasten der Gebührenzahler. Viele Hinterbliebene reagieren, indem sie nach günstigeren Beisetzungsvarianten Ausschau halten. Das wiederum verschärft die Probleme der Gebührenhaushalte, weitere Erhöhungen folgen. Dieser Teufelskreis muss nach Ansicht von Aeternitas durchbrochen werden.

Beispiele aus ganz Deutschland zeigen, mit welch immensen Erhöhungen Gebührenzahler 2014 auf Friedhöfen rechnen müssen. Gerade kleinere Gemeinden langen häufig kräftig zu. In Emmerich zum Beispiel wird die Bereitung eines Grabes für eine Urnenbestattung um 116 Prozent teurer und im hessischen Friedewald das anonyme Urnengrab um 150 Prozent. In Rüdesheim verdreifacht sich die Nutzungsgebühr für das Urnenreihengrab gar von 163 auf 500 Euro – 207 Prozent mehr. Aber auch in Münster wird manchem Gebührenzahler angesichts von bis zu 93 Prozent mehr Gebühren (beim anonymen Urnengrab) der Atem stocken. Da erscheinen um durchschnittlich 25 Prozent höhere Friedhofsgebühren in Frankfurt am Main geradezu moderat.

In Stuttgart hingegen zeigt sich ein zwiespältiges Bild. Gebührenerhöhungen bei der Urnenbeisetzung von 23 Prozent stehen Entlastungen von 20 Prozent bei Erdbestattungen gegenüber. Auch in Cottbus können Gebührenzahler neben einigen moderaten Erhöhungen mit günstigeren Preisen für die Feierhalle rechnen. Und während in Remscheid oder Zülpich die Friedhofsgebühren immerhin stabil bleiben, verzeichnet Kempen sogar leicht sinkende Gebühren. Besonders bürgerfreundlich stellt sich das nordrhein-westfälische Leopoldshöhe dar: Hier sinken die Friedhofsgebühren um bis zu 45 Prozent.

Die oben genannten Gemeinden zeigen zum Teil exemplarisch, wo der Schuh drückt: In Friedewald zum Beispiel wurden seit 1997 die Gebühren nicht mehr erhöht. „Regelmäßige Anpassungen können jedoch extreme Auswüchse bei Gebührenerhöhungen verhindern“, weiß der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich. Und wenn Münster den sogenannten Anteil öffentlichen Grüns im Gebührenhaushalt von 20 auf sieben Prozent absenkt, bleibt als Ausweg nur die Gebührenerhöhung. Seit Jahren schon fordert Aeternitas, den Grünwert der Friedhöfe als Erholungsraum, Parkanlage und ökologische Nische hingegen stärker zu berücksichtigen. Es ist nicht Aufgabe des Gebührenzahlers, dafür aufzukommen.

Wegen des Trends zu Platz sparenden Urnengräbern und wegen überdimensionierter Pläne aus der Vergangenheit sind auf vielen Friedhöfen sogenannte Überhangflächen entstanden: Flächen, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden. Aeternitas kritisiert, dass anfallende Pflegekosten mitunter immer noch den Gebührenzahlern aufgebürdet werden. Das gleiche gilt bei Kosten für den Denkmalschutz. „Eine klare Trennung ist hier jeweils unabdingbar“, fordert Keldenich. Gebühren müssten dem Aufwand entsprechen, der wirklich dahintersteht. Gleichzeitig sollten attraktive Angebote die Gebührenzahler überzeugen, nicht nur auf den Preis zu schauen. Viele Friedhöfe beschreiten hier bereits den richtigen Weg, zum Beispiel mit ansprechend gestalteten garten- oder parkartigen Grabanlagen.

Quelle: www.aeternitas.de