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Aktuelles

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten aus unserem Bestattungshaus.

02.03.2016

Sozialgericht Karlsruhe stärkt Rechte von Leistungsempfängern

Ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Sozialgerichts Karlsruhe verpflichtet das Sozialamt, die monatlichen Kosten einer Sterbegeldversicherung zu übernehmen. Die Richter hielten diese Leistung im Rahmen der Grundsicherung im Alter für erforderlich, um die Bestattung der Antragstellerin abzusichern.

Das Karlsruher Sozialgericht hat die Rechte für die Bestattung Vorsorgender gegenüber Sozialämtern weiter gestärkt. In vor kurzem veröffentlichten und bereits Ende letzten Jahres gefällten Entscheidung (Aktenzeichen S 4 SO 370/14) wurden die Beiträge für eine Sterbegeldversicherung im Rahmen der Grundsicherung im Alter als zusätzlicher Bedarf eingestuft. Um die Bestattung der Antragstellerin abzusichern, müsse der verklagte Sozialhilfeträger die monatlichen Raten übernehmen - in diesem Fall ungefähr 84 Euro. Damit solle die geplante und als angemessen eingestufte Bestattungsvorsorge in Höhe von 5.001 Euro weiter gewährleistet werden. Das Gericht verwies auf Paragraph 33 Absatz 2 des Zwölften Sozialgesetzbuches, nach dem die erforderlichen Aufwendungen für ein angemessenes Sterbegeld übernommen werden können.

Im vorliegenden Fall hatte die Betroffene zwei Jahre zuvor eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen. Es bestand also kein Verdacht, dass die Versicherung nur abgeschlossen wurde, um das Sozialamt zu belasten. Entscheidend war auch die klare Zweckbestimmung: Bei dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung sei objektiv erkennbar, dass diese zur Vorsorge im Todesfall abgeschlossen werde. Darüber hinaus sahen die Richter im vorliegenden Fall eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Sozialamt ansonsten später im Todesfall ohnehin für die Bestattungskosten aufkommen hätte aufkommen müssen.

Aeternitas begrüßt das Urteil. Möglichst jedem soll ein letzter Abschied nach eigenen Vorstellungen ermöglicht werden. Und wer rechtzeitig für seine Bestattung vorsorgt, entlastet damit sich selbst und seine Angehörigen - emotional und finanziell. Dies hat das Sozialgericht Karlsruhe erkannt.

Quelle: www.aeternitas.de/inhalt/aktuelles/meldungen/2016_03_02__08_15_06-Urteil...

07.01.2015

Bremen hat den Friedhofszwang für die Asche Verstorbener abgeschafft. Seit Anfang des Jahres ist das Beisetzen bzw. Verstreuen auf Privatgrundstücken und bestimmten Flächen außerhalb von Friedhöfen erlaubt. Damit entspricht Bremen dem Wunsch vieler Menschen, den bestehenden Friedhofszwang zu lockern.

Königswinter, 07.01.2015 - Beschlossen wurde es im Herbst letzten Jahres von der rot-grünen Mehrheit im Bremer Landtag, seit dem ersten Januar gilt es: Das überarbeitete Bremer Bestattungsgesetz erlaubt, die Asche verstorbener Bremer Bürger außerhalb von Friedhöfen auszubringen. Dies umfasst private Grundstücke und öffentliche Flächen außerhalb von Friedhöfen, die von der Stadt ausgewiesen werden. Aeternitas e.V., die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, begrüßt die neuen Vorschriften. "Im Rahmen einer zeitgemäßen Bestattungskultur müssen wir auch an diejenigen denken, die sich nicht mehr den Friedhof als letzte Ruhestätte wünschen", erklärt der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich. Dass Friedhöfe aussterben werden, sei deshalb nicht zu befürchten. Erfahrungen aus Staaten ohne Friedhofszwang wie den Niederlanden zeigen, dass die große Mehrheit der Verstorbenen auch weiterhin auf Friedhöfen beigesetzt wird.

Verteidiger der Friedhofspflicht befürchten, dass Hinterbliebene sich allein aus Kostengründen für eine Aschebeisetzung außerhalb eines Friedhofs entscheiden könnten. Einen Missbrauch der liberalen Regeln schließt das Bremer Gesetz jedoch aus, da Verstorbene ihren Wunsch nach einem Beisetzungsort außerhalb eines Friedhofs zu Lebzeiten schriftlich verfügt haben müssen. Darüber hinaus ist das Ausstreuen oder Beisetzen der Totenasche an weitere Bedingungen geknüpft: Vom Verstorbenen muss eine Person zur Totenfürsorge benannt worden sein, die gegenüber den Behörden einen pietätvollen Rahmen sicherstellt. Der Eigentümer des betreffenden Grundstücks muss einverstanden sein. Auch dürfen beim Ausstreuen auf privatem Grund benachbarte Grundstücke nicht beeinträchtigt werden und die Beisetzung darf nicht gegen Entgelt erfolgen. Eine Urne über Jahre hinweg zuhause aufzubewahren, ist entgegen der ursprünglichen Pläne weiterhin auch in Bremen nicht gestattet.

Aeternitas stellt unter www.aeternitas.de die Formulare zum Download bereit, die für eine Aschebeisetzung außerhalb eines Friedhofs in Bremen benötigt werden: Antrag auf Beisetzung, Bestattungsverfügung des Verstorbenen und eidesstattliche Versicherung des Totensorgeberechtigten. Darüber hinaus zeigt der Verein mithilfe eines Auszugs aus dem Bremer Bestattungsgesetz den rechtlichen Hintergrund auf.

Bremen übernimmt mit dem neuen Gesetz eine Vorreiterrolle in Deutschland. In allen anderen Bundesländern gibt es weiterhin keine oder nur kaum praktikable Ausnahmen vom Friedhofszwang, abgesehen von der Seebestattung auf Nord- und Ostsee. Baumbestattungen in speziellen Bestattungswäldern hingegen gelten nicht als Ausnahmen, da die entsprechenden Areale rechtlich als Friedhofsflächen ausgewiesen sind.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Alexander Helbach
Aeternitas e.V. - Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88
E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de
Internet: www.aeternitas.de
Twitter: twitter.com/Aeternitas_eV

20.06.2014

Wille des Verstorbenen entscheidet

Der Wille des Verstorbenen bestimmt, wie er bestattet wird. Ist der Wille nicht bekannt, entscheiden die Totensorgeberechtigten - meistens nahe Angehörige in einer bestimmten Reihenfolge.

Jeder kann zu Lebzeiten vorsorgen und seine Bestattungswünsche verbindlich festlegen. Bei der Frage, wo und wie jemand bestattet wird, ist dieser Wille entscheidend. Auf eine Einschränkung weist Rechtsanwalt Torsten Schmitt von Aeternitas e.V. allerdings hin: "Nur wenn ein Totensorgeberechtigter vorhanden und willens ist, die Wünsche durchzusetzen, werden diese auch sicher befolgt." Zu berücksichtigen seien dabei nur rechtlich zulässige Wünsche.

Wenn Verstorbene selbst keinen Totensorgeberechtigten benannt haben - das können neben Verwandten ebenso andere Personen wie Freunde oder auch Bestatter sein - gilt die gewohnheitsrechtliche Reihenfolge: An erster Stelle die Ehegatten (bzw. Eingetragene Lebenspartner), dann Kinder und deren Ehegatten, Eltern, Großeltern/Enkel/Geschwister, Urgroßeltern/Urenkel/Neffen/Nichten, Ur-Urenkel/Ur-Urgroßeltern und Verlobte. Falls die vorrangig Berechtigten sich nicht darum kümmern, kann jeder andere Totensorgeberechtigte den Willen des Verstorbenen notfalls gerichtlich durchsetzen.

Problematisch wird es, wenn sich alle Totensorgeberechtigten einig sind, den Willen des Verstorbenen nicht zu befolgen. Dann, so Schmitt, müsste man die Situation gemäß dem Sprichwort "Wo kein Kläger, da kein Richter" beurteilen. Wer den später Totensorgeberechtigten nicht vertraut, sollte deshalb selbst zu Lebzeiten eine verantwortliche Person bestimmen. Um Konflikte zu vermeiden, hilft es, die Bestattungswünsche schriftlich festzulegen oder gegenüber vertrauenswürdigen, später totensorgeberechtigten Personen klar zu äußern. Auch ist es sinnvoll, eine schriftliche Bestattungsverfügung regelmäßig zu aktualisieren.

Für diejenigen, die sich näher mit dem Thema Totensorgerecht befassen möchten, hält Aeternitas das Rechtsgutachten "Die Totensorgeberechtigten und die Verbindlichkeit von Bestattungsverfügungen sowie Vorsorgeverträgen" zum kostenlosen Download bereit (unten auf dieser Seite).

19.06.2014

Fünf Prozent aller Verstorbenen finden ihre letzte Ruhe unter Bäumen

Fünf Prozent aller Verstorbenen in Deutschland finden ihre letzte Ruhe unter einem Baum. Die Zahl der Baumbestattungen hat sich damit innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als verdoppelt - auf ungefähr 45.000 im Jahr 2013. Das ergab eine Studie von Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur.

Seitdem 2001 die ersten Baumbestattungen in Deutschland stattgefunden haben, erlebt dieses Bestattungskonzept einen bisher ungebremsten Boom. Während im Jahr 2009 bereits die Asche von circa 20.000 Verstorbenen unter Bäumen beigesetzt wurde, hat sich die Zahl bis zum Jahr 2013 auf ungefähr 45.000 Bestattungsfälle erhöht. Dies entspricht etwas mehr als fünf Prozent aller Verstorbenen. "Damit findet angesichts von über 50 Prozent Feuerbestattungen in Deutschland fast jede zehnte Urne ihre letzte Ruhe unter einem Baum", sagt Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur aus Königswinter. Der Verein befragte im Rahmen einer Studie 141 der mindestens 400 Baumbestattungsstandorte in Deutschland. In der Stichprobe wurden sowohl Baumbestattungsmöglichkeiten auf Friedhöfen als auch reine Bestattungswälder berücksichtigt.

Auch die Eröffnungsjahre der einzelnen Standorte bestätigen den Baumbestattungs-Boom. In den letzten zehn Jahren wurden allein in der Gruppe der 141 Anbieter jedes Jahr im Schnitt 13 Anlagen eröffnet. Hochgerechnet auf den gesamten Markt kann von einer jeweils mindestens dreifach so hohen Zahl ausgegangen werden. Mittlerweile verfügen allein die größten Anbieter FriedWald und RuheForst über 50 bzw. 55 Standorte in ganz Deutschland. Kleinere Anbieter treten dazu in Konkurrenz. Darüber hinaus nutzen immer mehr Kommunen Waldstücke oder Teile ihrer Friedhöfe, um die Beisetzung unter Bäumen anzubieten.

Als Träger eines Friedhofs (darunter zählen rechtlich auch die Bestattungswälder außerhalb klassischer Friedhöfe) können in Deutschland nur Körperschaften öffentlichen Rechts fungieren. Deshalb befinden sich 94 Prozent der Baumbestattungsstandorte in kommunaler und fünf Prozent in kirchlicher Trägerschaft (ein Prozent machte hier keine Angaben), auch wenn zahlreiche Bestattungswälder von Privatfirmen betrieben und vermarktet werden.

Unter den Oberbegriff "Baumbestattung" fallen in der Aeternitas-Studie alle naturnahen Bestattungskonzepte auf Friedhöfen und in Bestattungswäldern, die üblicherweise als Urnenbeisetzung unter Bäumen stattfinden. Dazu zählen auch Beisetzungen in sogenannten "Ruhebiotopen", bei denen es sich neben Bäumen zum Beispiel um Lichtungen oder Felsformationen handeln kann.

Aeternitas hat von März bis Mai 2014 401 Standorte für Baumbestattungen um die Teilnahme an der Studie gebeten. 141 Standorte machten Angaben, nicht nur zur Zahl der Beisetzungen, dem Eröffnungsjahr und der Trägerschaft, sondern auch zu Kapazität, Reservierungsmöglichkeiten und Nutzungsdauer der Grabstellen. Die Gesamtzahl der Standorte für Baumbestattungen in Deutschland kann nur geschätzt werden. Über 400 sind Aeternitas bekannt, von bis zu 500 oder gar mehr kann ausgegangen werden.

Quelle: www.aeternitas.de

01.04.2014

Kunden sollten Gesamtkosten im Blick haben

Auf den ersten Blick äußerst günstige Pauschalangebote für Bestattungen sind mit Vorsicht zu genießen. Sie enthalten meist nur die notwendigen Leistungen des Bestatters auf einfachstem Niveau. Kosten für zahlreiche weitere Leistungen und für Friedhöfe und Krematorien fehlen.

Der Wettbewerb auf dem Bestattungsmarkt verschärft sich. Viele Kunden schauen verstärkt auf den Preis. Wer nach einer günstigen Bestattung sucht, landet schnell bei Pauschalangeboten von zum Teil unter 1.000 Euro. Diese stammen oft von sogenannten Discountbestattern, die ihre Leistungen meist auch online anbieten. Seriös sind diese Angebote häufig nicht. Sie beschränken sich auf die grundlegenden und einfachsten Dienstleistungen und Waren des Bestatters. "Das auf den ersten Blick günstige Schnäppchen entpuppt sich als Köder, um einen umfangreicheren Auftrag an Land zu ziehen", gibt der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich zu bedenken.

Nach der Kontaktaufnahme aufgrund eines solchen Angebots erfährt der Kunde, dass das günstige Pauschalangebot in seinem speziellen Fall doch nicht passt. Zum Beispiel empfiehlt der Bestatter, nicht den günstigsten Sarg zu nehmen. Oder es fallen weitere Kosten an für Traueranzeige, Trauerkarten, die Organisation einer Trauerfeier, Blumenschmuck und vieles mehr. Diese Posten sind in den Lockangeboten üblicherweise nicht enthalten, ebenso wenig wie Gebühren für den Totenschein zum Beispiel. Schnell hat sich der Preis des ursprünglichen Angebots verdoppelt.

Zusammen mit den Friedhofs- und eventuell Einäscherungsgebühren landet der Kunde am Ende bei einem Gesamtpreis von einigen tausend Euro - den üblichen Kosten für eine Bestattung in Deutschland. Solche Preise können meist auch Fachbetriebe vor Ort bieten, die nicht mit niedrigen Preisen werben, sondern für Qualität bürgen. Aeternitas empfiehlt Bestatterkunden, bei extrem günstigen Angeboten skeptisch zu sein und immer den kompletten Endpreis zu erfragen. Es muss Klarheit herrschen, ob die Kosten für alle Waren, Dienstleistungen und Gebühren enthalten sind. Im Zweifelsfall sollten sie sich an einen anderen Bestatter wenden.

Quelle: www.aeternitas.de

25.03.2014

Angehörige treten automatisch in den bestehenden Vertrag ein

Nach dem Tod eines Mieters können seine Angehörigen weiterhin in der gemeinsamen Wohnung bleiben. Sie treten automatisch in den bestehenden Mietvertrag ein, wenn sie nicht widersprechen. Altschulden wie Mietrückstände übernehmen sie dann allerdings auch.

Die Sorge, nach dem Tod des Partners oder der Eltern aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen zu müssen, ist unbegründet. Ein Sonderkündigungsrecht des Vermieters entsteht daraus in der Regel nicht. "Bestehende Mietverträge enden nicht mit dem Tod, sondern gehen auf in der Wohnung lebende Angehörige über", weiß Rechtsanwalt Torsten Schmitt, Aeternitas-Rechtsreferent. Dies gilt neben Ehegatten, Lebenspartnern (nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz) und Kindern auch für sonstige Familienangehörige, also Verwandte und Verschwägerte unabhängig vom Grad der Verwandtschaft. Ebenso abgesichert sind andere Personen, die mit dem verstorbenen Mieter einen auf Dauer angelegten Haushalt geführt haben. Darunter fallen insbesondere Lebensgefährten, jedoch keine Mitbewohner in bloßen Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaften.

Auch wenn im Gesetz von einem "Eintrittsrecht bei Tod des Mieters" die Rede ist, erfolgt der Eintritt in den Vertrag des verstorbenen Mieters automatisch. "Damit verbunden sind dann allerdings nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten", warnt Schmitt. Eventuelle Mietrückstände oder Betriebskostennachzahlungen zum Beispiel fallen dem neuen Vertragspartner zur Last. Wer dies vermeiden will, sollte dem Eintritt in den Mietvertrag unbedingt im Laufe eines Monats nach Kenntnis vom Tod des bisherigen Vertragspartners widersprechen. Dies gilt auch dann, wenn er aus anderen Gründen nicht weiter in der Wohnung bleiben möchte.

Quelle: www.aeternitas.de

09.01.2014

Hinterbliebene müssen Finanzierungsprobleme der Friedhöfe ausbaden

In ganz Deutschland erhöhen zahlreiche Kommunen zum Jahreswechsel die Friedhofsgebühren. Hinterbliebene müssen dann vielerorts ausbaden, dass Finanzierungsprobleme verschleppt und Gebühren ungerecht kalkuliert werden. Manche Kommune zeigt aber, dass der Dreh an der Gebührenschraube nicht unausweichlich ist.

Der anhaltende Trend zur Feuerbestattung und damit zu kleinen und günstigen Gräbern setzt die deutschen Friedhöfe unter Druck. Einnahmen bleiben aus, die Kosten sinken jedoch nicht im gleichen Maße. Als Folge erhöhen viele Kommunen zum Jahreswechsel wieder die Friedhofsgebühren, zu Lasten der Gebührenzahler. Viele Hinterbliebene reagieren, indem sie nach günstigeren Beisetzungsvarianten Ausschau halten. Das wiederum verschärft die Probleme der Gebührenhaushalte, weitere Erhöhungen folgen. Dieser Teufelskreis muss nach Ansicht von Aeternitas durchbrochen werden.

Beispiele aus ganz Deutschland zeigen, mit welch immensen Erhöhungen Gebührenzahler 2014 auf Friedhöfen rechnen müssen. Gerade kleinere Gemeinden langen häufig kräftig zu. In Emmerich zum Beispiel wird die Bereitung eines Grabes für eine Urnenbestattung um 116 Prozent teurer und im hessischen Friedewald das anonyme Urnengrab um 150 Prozent. In Rüdesheim verdreifacht sich die Nutzungsgebühr für das Urnenreihengrab gar von 163 auf 500 Euro – 207 Prozent mehr. Aber auch in Münster wird manchem Gebührenzahler angesichts von bis zu 93 Prozent mehr Gebühren (beim anonymen Urnengrab) der Atem stocken. Da erscheinen um durchschnittlich 25 Prozent höhere Friedhofsgebühren in Frankfurt am Main geradezu moderat.

In Stuttgart hingegen zeigt sich ein zwiespältiges Bild. Gebührenerhöhungen bei der Urnenbeisetzung von 23 Prozent stehen Entlastungen von 20 Prozent bei Erdbestattungen gegenüber. Auch in Cottbus können Gebührenzahler neben einigen moderaten Erhöhungen mit günstigeren Preisen für die Feierhalle rechnen. Und während in Remscheid oder Zülpich die Friedhofsgebühren immerhin stabil bleiben, verzeichnet Kempen sogar leicht sinkende Gebühren. Besonders bürgerfreundlich stellt sich das nordrhein-westfälische Leopoldshöhe dar: Hier sinken die Friedhofsgebühren um bis zu 45 Prozent.

Die oben genannten Gemeinden zeigen zum Teil exemplarisch, wo der Schuh drückt: In Friedewald zum Beispiel wurden seit 1997 die Gebühren nicht mehr erhöht. „Regelmäßige Anpassungen können jedoch extreme Auswüchse bei Gebührenerhöhungen verhindern“, weiß der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich. Und wenn Münster den sogenannten Anteil öffentlichen Grüns im Gebührenhaushalt von 20 auf sieben Prozent absenkt, bleibt als Ausweg nur die Gebührenerhöhung. Seit Jahren schon fordert Aeternitas, den Grünwert der Friedhöfe als Erholungsraum, Parkanlage und ökologische Nische hingegen stärker zu berücksichtigen. Es ist nicht Aufgabe des Gebührenzahlers, dafür aufzukommen.

Wegen des Trends zu Platz sparenden Urnengräbern und wegen überdimensionierter Pläne aus der Vergangenheit sind auf vielen Friedhöfen sogenannte Überhangflächen entstanden: Flächen, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden. Aeternitas kritisiert, dass anfallende Pflegekosten mitunter immer noch den Gebührenzahlern aufgebürdet werden. Das gleiche gilt bei Kosten für den Denkmalschutz. „Eine klare Trennung ist hier jeweils unabdingbar“, fordert Keldenich. Gebühren müssten dem Aufwand entsprechen, der wirklich dahintersteht. Gleichzeitig sollten attraktive Angebote die Gebührenzahler überzeugen, nicht nur auf den Preis zu schauen. Viele Friedhöfe beschreiten hier bereits den richtigen Weg, zum Beispiel mit ansprechend gestalteten garten- oder parkartigen Grabanlagen.

Quelle: www.aeternitas.de

11.07.2013

Am 27.02.2013 hat das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster bezüglich eines Antrages auf Pflegewohngeld ausgesprochen, dass zusätzlich zu dem geschonten Vermögen von 10.000,00 Euro für Heimbewohner auch noch ein für eine angemessene Bestattungsvorsorge hinterlegter Betrag geschützt ist. Ebenso wie die Vorinstanz wurde die Rechtsprechung bestätigt, dass sich die Angemessenheit einer Bestattungsvorsorge anhand der vorgesehenen Leistungen und der örtlichen Preise für eine Bestattung beurteilt. Damit hat das Oberverwaltungsgericht ein Urteil des Verwaltungsgerichts Aachen bestätigt.

Zur Bestimmung der Angemessenheit einer Bestattungsvorsorge sei zunächst auf die Kosten abzustellen, die die örtlich zuständige Behörde als erforderliche Kosten der Bestattung nach § 74 SGB XII zu =F Cbernehmen hat. Diese Kosten werden als „Grundbetrag“ bezeichnet. Mit diesem werde den örtlichen Besonderheiten sowie den unterschiedlichen Friedhofskosten Rechnung getragen. Dabei sei hinsichtlich der Art der Bestattung (Erdbestattung, Feuerbestattung, etc.) in der Regel die Entscheidung des Heimbewohners zugrunde zu legen.

Der sich so ergebende Grundbetrag, der lediglich den einfachsten Standard repräsentiere, sei unter Berücksichtigung etwaiger Gestaltungswünsche des Heimbewohners bis zur Grenze der Angemessenheit zu erhöhen. Der im vorliegenden Fall von der Heimbewohnerin aufgewandte Vorsorgebetrag in Höhe von 6.068,74 Euro sei mit etwa dem Doppelten der Kosten für eine einfachste Bestattung im Sinne des § 74 SGB XII (dem Grundbetrag) auch noch angemessen.

(Quelle: Beschluss des OVG Münster vom 27.02.2013)

10.07.2013

Statistisches Bundesamt verkündet vorläufige Zahlen

Im Jahr 2012 sind in Deutschland 674.000 Kinder lebend geboren worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das 11.000 Kinder mehr als im Jahr 2011 (plus 1,6 Prozent).

Im Jahr 2012 starben 870.000 Menschen, gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Sterbefälle um 2,0 Prozent (2011: 852.000). Wie in allen Jahren seit 1972 starben somit mehr Menschen als Kinder ge­boren wurden. 2012 lag die Differenz bei 196.000, im Jahr 2011 bei 190.000.

Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland erhöhte sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 10.000 oder 2,5 Prozent auf 387.000.

Endgültige Ergebnisse liegen voraussichtlich im August 2013 vor.

Quelle: Statistisches Bundesamt

18.04.2013

Repräsentative Aeternitas-Umfrage zeigt klares Meinungsbild

Zwei Drittel der Deutschen halten den bestehenden Friedhofszwang für Urnen für veraltet. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Aeternitas. Die derzeit geltenden Bestattungsgesetze schreiben jedoch vor, dass Urnen mit der Asche Verstorbener - bis auf wenige Ausnahmen - auf Friedhöfen beigesetzt werden müssen.
Im Auftrag von Aeternitas fragte das Institut TNS Emnid Ende März dieses Jahres die Bundesbürger, was sie über den Friedhofszwang für Urnen denken. Im Ergebnis halten 65 Prozent der Befragten diesen für veraltet (37 Prozent "eher veraltet" und 28 Prozent "sehr veraltet"). 33 Prozent meinen, der Friedhofszwang sei zeitgemäß (21 Prozent "eher zeitgemäß", 12 Prozent "sehr zeitgemäß"). Schon 2010 hatte eine repräsentative Umfrage von Aeternitas ein ähnliches Bild ergeben, dessen Tendenz sich weiter verstärkt hat. Damals sprachen sich 58 Prozent der Deutschen dagegen (veraltet) und 40 Prozent (zeitgemäß) dafür aus.

Der in Deutschland herrschende Friedhofszwang steht immer wieder in der Diskussion. Viele Menschen fordern, diese Pflicht - zumindest für Urnen - abzuschaffen oder wenigstens zu lockern. Manch einer möchte zum Beispiel die Asche von Verstorbenen mit nach Hause nehmen, in der Natur beisetzen oder in Flüssen oder Seen verstreuen. Die einzig übliche legale Ausnahme in Deutschland stellt jedoch nur die sogenannte Seebestattung von Urnen in Nord- oder Ostsee dar. Daneben erlauben einige Landesbestattungsgesetze unter bestimmten Umständen Aschebeisetzungen auf privatem Grund. Die Regelungen sind allerdings so restriktiv gefasst, dass sie in der Praxis nur eine marginale Rolle spielen. Die immer populäreren Baumbestattungen in speziellen Bestattungswäldern hingegen gelten nicht als Ausnahmen vom Friedhofszwang, da die entsprechenden Areale rechtlich als Friedhofsflächen ausgewiesen sind.

Angesichts der Umfrageergebnisse und der Wünsche vieler Bürger gibt der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich zu bedenken: "Wir können die bestehende Bestattungskultur nicht unverändert bewahren, wenn ein großer Teil der Menschen sich darin nicht mehr wiederfindet." Aeternitas plädiere dafür, die Friedhöfe zu erhalten und weiterzuentwickeln. Doch gleichzeitig müsse über liberalere Gesetze nachgedacht werden. Diese könnten zum Beispiel den Willen der Verstorbenen in den Mittelpunkt stellen und Rahmenbedingungen für eine Urnenbeisetzung an geeigneten Orten regeln.

In den meisten anderen europäischen Staaten besteht kein Friedhofszwang für Urnen bzw. Totenasche, was die Diskussion hierzulande weiter anheizt. Praktisch und rechtlich stellt es kein Problem dar, eine Urne ins Ausland zu transportieren oder einen Verstorbenen dort einäschern zu lassen. Immer mehr Bundesbürger nehmen deshalb Angebote im Ausland wahr, wie zum Beispiel Bergbach-, Fluss- oder Almbestattungen oder das Verstreuen der Asche von Heißluftballons aus.

Manch Hinterbliebener hierzulande macht sich auch die Gesetze des europäischen Auslands zunutze und lässt sich in Ländern wie Tschechien, Schweiz oder den Niederlanden die Urne mit der Asche der Verstorbenen aushändigen. Eine unbekannte Zahl von Urnen findet dann den Weg zurück nach Deutschland. Diese unterliegen hierzulande zwar wieder deutschem Recht, werden aber entgegen den bestehenden Vorschriften von Angehörigen zuhause verwahrt oder außerhalb von Friedhöfen beigesetzt.

Für die Meinungsumfrage befragte das Institut TNS-Emnid im Auftrag der Verbraucherinitiative Aeternitas Ende März 2013 eine repräsentative Auswahl von 1.005 Bundesbürgern über 14 Jahren.

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